Andere Hunde anbellen. Wie gewöhnt man es seinem Hund ab?
Dein Hund bellt regelmäßig andere Hunde an – das kann ziemlich anstrengend sein. Ist er wütend, aufgeregt, ängstlich? Warum bellt dein Hund andere Hunde an und wie kannst du ihm das abgewöhnen?
Bellen ist Kommunikation
Bellen ist ein Kommunikationsmittel. Es ist eine der wenigen verbalen Möglichkeiten, die ein Hund nutzen kann, um sich mitzuteilen. Wenn ein Hund bellt, versucht er dir, einem anderen Menschen oder einem Tier etwas klarzumachen. Achte genau auf seine Körpersprache – so wird deutlicher, warum dein Vierbeiner bellt:
- Angst – Bellt dein Hund aus Angst, wird er auch zittern, einen gekrümmten Rücken machen, den Schwanz zwischen die Hinterbeine klemmen und/oder die Ohren anlegen.
- Aggression – Anzeichen für Aggression sind Knurren, gefletschte Zähne, zusammengekniffene Augen und gesträubtes Fell. Ignoriere diese Signale nicht – bei manchen Hunden kann das ins Beißen übergehen.
- Enthusiasmus – Bellt dein Hund aus Begeisterung, wedelt er meist mit dem Schwanz und springt verspielt in Richtung des anderen Hundes.
Spiegelung
Hunde spüren sehr genau, wie sich ihr Besitzer fühlt – besonders, wenn sie an der Leine sind. Die Leine ist im wahrsten Sinne des Wortes die Verbindung zwischen dir und deinem Hund. Überträgst du unbewusst Spannung, Angst oder Unsicherheit, nimmt er das wahr. Deshalb ist es wichtig, dass du selbstsicher und entspannt bleibst, wenn ihr unterwegs anderen Hunden begegnet. So hast du mehr Erfolg dabei, die Emotionen deines Hundes in den Griff zu bekommen.

Bellen abgewöhnen
Ab und zu bellen ist im Allgemeinen kein Problem. Aber wenn ein Hund zu viel bellt, kann das störend oder sogar belastend sein. Bellt dein Vierbeiner zu häufig? Diese Tipps helfen dir, es ihm abzugewöhnen:
- Bleib ruhig – Ein Hund bellt immer aus einem Grund. Werde nicht wütend, bleib gelassen und erhebe deine Stimme nicht. Je lauter du wirst, desto weniger versteht er, was los ist – und er könnte sogar denken, dass du „fröhlich mitbellen“ willst.
- Belohne gutes Verhalten – Versuche, deinem Hund das Kommando „Still“ beizubringen. Wenn du ihn belohnst, sobald er gehorcht, lernt er in der Regel schnell, auf dein Signal hin aufzuhören.
- Sorge für Ablenkung – Wenn Kommandos nicht euer Ding sind, lenke ihn ab, sobald er bellt. Heb zum Beispiel einen Stock auf oder lass seinen Ball fallen. Gib ihm den Gegenstand aber nicht – sonst könnte er denken, dass sein Bellen belohnt wird.
- Biete Sichtschutz – Hunde sind territorial – manche Rassen mehr als andere. Für viele bellende Vierbeiner gilt: Je mehr „Bedrohungen“ sie sehen, desto mehr bellen sie. Ein hoher Zaun im Garten oder Vorhänge am Fenster können die Sicht auf „Gefahren“ einschränken.
- Reagiere frühzeitig – Je schneller ein Hund versteht, dass Bellen unerwünscht ist, desto leichter lernt er, welches Verhalten erwünscht ist.
Verhaltenstherapie
Schaffst du es nicht, das Bellen deines Hundes selbst in den Griff zu bekommen? Dann kann ein Verhaltenstherapeut euch unterstützen – und damit ist natürlich einer für Hunde gemeint 😉. Ein bellender Hund ist in vielen Fällen völlig normal. Machst du dir aber ernsthafte Sorgen über das Bellen deines Vierbeiners, solltest du unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.
Hast du selbst noch nützliche Tipps? Wir freuen uns, davon zu hören
